FEAR MY THOUGHTS – Vulcanus
| 14. November 2011 | Veröffentlicht von Dennis unter Reviews |
FEAR MY THOUGHTS mögen sich im Laufe ihres zehnjährigen Bestehens vom Hardcore immer weiter in Richtung Metal entwickelt haben, doch als Teil der Szene, die damit assoziiert wird, verstehen sie sich nicht. Sie mögen mit vielen der Bands, die heute als Metalcore bezeichnet werden, befreundet sein, doch ihre Musik hören sie deswegen noch lange nicht. Trotzdem sollte sich der überwiegende Teil der Akteure dieses Genres FEAR MY THOUGHTS zum Vorbild nehmen. Denn so weitergehen wie bisher kann es nicht. 2007 wird das Jahr sein, in dem Metalcore sich entscheiden muss. Oder mit den Worten von Patrick Hagmann ausgedrückt: „Wenn ständig Platten veröffentlicht werden, die absolut gleich klingen, bedeutet das irgendwann das Ende. Diese Bands müssen sich entscheiden, ob sie sich weiterentwickeln wollen oder nicht.“ Dem Gitarristen geht es dabei allerdings nicht um die – von manchen Puristen geforderte – Entscheidung zwischen Metal und Hardcore – auch wenn man beim Hören von „Vulcanus“ genau diesen Eindruck bekommt. Doch die Keyboard- und Gitarrensoli sowie der Gastauftritt von DESTRUCTION-Sänger Schmier, der im Gegensatz zu einem früheren Release nicht mehr in den Hidden Track verbannt wurde, sollten nicht als Statement in diese Richtung gewertet werden. FEAR MY THOUGHTS waren einfach nur mutig genug, etwas so Unberechenbares wie den eigenen Musikgeschmack zuzulassen. Und dabei hätten sie mit ihrem ersten Album auf einem großen Label wie Century Media eigentlich auf Nummer Sicher gehen müssen. Dass sie es nicht getan haben, markiert eines der ersten Highlights des noch jungen Jahres und unterscheidet sie eben auch vom Gros der Metalcore-Bands. „Vielen von ihnen hören alle möglichen Arten von Musik, trauen sich aber nicht, diese in ihr Songwriting einfließen zu lassen“, ist sich Hagmann sicher. Metalcore 2007 wird sich dazu entscheiden müssen, mutig zu sein. FEAR MY THOUGHTS können dafür als Beispiel dienen. Doch ganz so waghalsig sind dann auch sie nicht. Der Song mit dem Arbeitstitel „Guns N’Roses“ wird mitsamt seinem „cheesy“ Refrain jedenfalls nur auf der japanischen Version von „Vulcanus“ zu finden sein. (Century Media)
Thomas Renz








