GROEZROCK – My photos (Sunday).
| 19. Mai 2012 | Veröffentlicht von Thomas unter Blog |
Unglaublich, aber wahr: Fuze-Chefredakteur Thomas Renz war noch nie auf dem Groezrock – weil das belgische Festival immer kurz vor Druckschluss stattfindet und er deshalb schlicht keine Zeit hat, hinzufahren. Andere haben da mehr Glück. Lena Stahl zum Beispiel. Die war sogar so freundlich, uns eine Auswahl der Bilder zu schicken, die sie dort gemacht hat, und sie für uns zu kommentieren – ganz aus der subjektiven Sicht einer Fotografin.
RED CITY RADIO. Die Helden meines Wochenendes rocken bei ihrer bisher größten Show auch all diejenigen mit, die noch verkatert am Zeltrand stehen. Wenn es Garrett Dale, der sich kurz vor dem Auftritt angesichts der Publikumsmenge erst einmal übergeben hat, auf die Bühne schafft, dann schaffen es jetzt auch die letzten Müden, sich von der Stimmung mitreißen zu lassen.
MAKE DO AND MEND. Auch wenn die Band nicht nervös ist – auf so einer großen Bühne springt der Funke nicht auf das Publikum über. Würde ich lieber in einem kleinen Club sehen wollen.
HOT WATER MUSIC. Groß. Wie es zu erwarten war. Voller Energie und Liebe zur Musik. Ich bin eher geneigt, den Anblick aus der ersten Reihe ohne Kamera zu genießen, um die gesamte Bühne im Blick haben zu können. Geschlossene Augen, aufgerissene Münder und dicke, hervortretende Adern am Hals lassen das aber nicht zu. Der Anblick ist einfach zu schön, als dass ich das nicht festhalten wollen würde.
ARCHITECTS. Eigentlich bevorzuge ich sie im Club, aber auch eine große Bühne steht ihnen verdammt gut. Während sich Sam Carter die Seele aus dem Leib kreischt, bleibt die Mimik seiner Bandkollegen erstarrt und uninteressant.
ALKALINE TRIO. Während Matt Skiba wenig Emotion anzusehen ist, weiß Dan Andriano gar nicht, wohin mit seiner Energie. Vom Drummer sieht man bei so großen Bühnen oft sehr wenig. Deshalb fokussiert man schnell wieder das Zentrum der Aktion, um doch noch ein paar spannende Bilder einzufangen.
THE BRONX. Kaum Licht und bis auf Matt Caughthran wenig Bewegung auf der Bühne machen das Fotografieren schnell langweilig. So entstehen leider wenig bewegende Aufnahmen.
GOOD RIDDANCE. “Good riddance”, habe ich mir nach dem Verlassen des Zeltes auch gedacht. Russ Rankin fällt die Langweile aus dem Gesicht. Oder er ist gerade von einer Botoxkur zurück. Jedenfalls verzieht er während des ganzen Auftritts keine Miene. Wenn es keine Spaß macht, auf der Bühne zu stehen, sollte lieber Platz gemacht werden für Bands, die Bock haben. Zumindest Schlagzeuger Sean Sellers hat Spaß. Auch wenn das ein bisschen untergeht.
Dave Hause. DAS ist Liebe zur Musik. Da kann man visuell gar nicht genug bekommen. Es fällt schwer, die Show nicht durch den Sucher der Kamera zu verfolgen – aus Angst, man könnte den richtigen Moment verpassen.
ANTI-FLAG. Das doppelte Lottchen, was die Optik angeht. Chris #2 und Justin Sane spiegeln ihre Posen und wiederholen sie unzählige Male. Genauso wie ihre Parolen.
THRICE. Schade, dass das der vorerst letzte Auftritt in Europa gewesen sein soll. THRICE ist eine der Bands, die live sowohl visuell als auch akustisch wirklich überzeugen.
7 SECONDS. Zwar ist die Stimmung im Publikum gut, aber überzeugen kann es mich nicht. Da merkt man, dass die Herren doch etwas in die Jahre gekommen sind. Aus fotografischer Sicht kein Grund, länger zu bleiben als ein Song.
SIMPLE PLAN. Warum ich mir die Band einen Song lang angeschaut habe, weiß ich noch immer nicht, aber es war Zeitverschwendung in jeder Hinsicht. Das Einzige, was hier festzuhalten war, sind die Plektren.
Garrett Dale. Im Merchzelt passiert ja sonst wenig, aber zur richtigen Zeit am richtige Ort spielt Garrett Dale von RED CITY RADIO vor einer Gruppe begeisterter Anhänger. Das sind die kleinen Momente, die das Festival unvergesslich machen.
Tom Gabel. Nachdem bekannt wurde, dass Tom Gabel zukünftig Laura Jane Grace heißen wird, sieht man die Fotos aus einem neuen Blickwinkel und es fallen die lackierten Nägel ins Auge. Zum Zeitpunkt des Fotos war das allerdings noch nicht wichtig. Es war einfach nur eine Freude zu sehen, wie der Sänger von AGAINST ME! mit Chuck Ragan und Co. auf der Bühne steht.
Chuck Ragan. Bei Chuck Ragan bleibt kein Auge trocken, und ich kann mich nicht entscheiden, ob ich lieber mitgröle und meine Knie als Drumset missbrauche oder mir das Ganze in unzähligen Fotos als kleinen Schatz für Zuhause bewahren möchte. Da man sowieso nicht aus dem Zelt rauskommt, entscheide ich mich für beides.
REFUSED. Mit großer Spannung erwartet, reihen sich alle auf dem Festival anwesenden Fotografen am Eingang des Grabens auf. Der wird erst freigegeben, als die Band auf der Bühne loslegt. Bis dahin wird einem der Blick darauf durch einen riesigen Vorhang mit Bandlogo verweigert. Großes Gedränge um den besten Platz und den besten Shot, ständig tritt man auf irgendwelche Füße oder stößt gegen die Objektive der anderen. Das wenige Licht ist gerade genug, um die Hauptfiguren in Szene zu setzen. Alles andere versinkt in Schwarz. Gerade mit guten Spotlichtern kann man im impulsiven Bühnengeschehen Akzente setzen. Jede Bewegung wird bedeutungsvoll. Jeder Augenblick magisch.
GROEZROCK – My photos (Saturday).
| 18. Mai 2012 | Blog |
Unglaublich, aber wahr: Fuze-Chefredakteur Thomas Renz war noch nie auf dem Groezrock – weil das belgische Festival immer kurz vor Druckschluss stattfindet und er deshalb schlicht keine Zeit hat, hinzufahren. Andere haben da mehr Glück. Lena Stahl zum Beispiel. Die war sogar so freundlich, uns eine Auswahl der Bilder zu schicken, die sie dort gemacht hat, und sie für uns zu kommentieren – ganz aus… mehr…
EVERY TIME I DIE – Live review.
| 8. Mai 2012 | Allgemein |
01.05.2012 Köln, Underground. Eine der Touren mit dem hochkarätigsten Line-up zieht gerade durch Deutschland und macht den Auftakt in Köln. Und während für Festivals Regen und Sturm fatal ist, verhält es sich bei Clubshows gegenteilig. Sonnenschein und T-Shirt-Wetter füllt den Biergarten, und wären die Bands unbekannter oder gar lokalen Ursprungs, würden sich die Leute wohl erst zum Headliner ins Innere begeben. Trotz früher Ankunft verpasste… mehr…
UNBROKEN – Live review.
| 3. Mai 2012 | Blog |
24.04.2012 Berlin, Festsaal Kreuzberg. Die Schlange vor dem Berliner Festsaal Kreuzberg ist lang, weit länger als sonst üblich. Die Ausbeute der pfandsammelnden Frauen fällt trotzdem mager aus. Es wird nicht viel Bier getrunken, vereinzelt fällt höchstens eine Flasche Club Mate ab. Ein Stück vor mir steht jemand im Anzug, hinter mir höre ich Französisch, viele hier sind von weiter her gekommen. Überall begrüßen sich lautstark… mehr…
REFUSED – My five cents.
| 26. April 2012 | Blog |
Die nächsten drei Tagen werden spannend: REFUSED sind zurück und spielen in Berlin, Duisburg und Belgien. Wir haben deshalb ein paar unserer Autoren gefragt, was sie von der Reunion der Band halten. Georg Büchner. Meine Meinung zur REFUSED-Reunion: Das ist traumhaft. Ich muss demnächst wieder die Alben herauskramen und werde mich fragen, warum ich diese Band in den letzten Jahren nicht mindestens einmal pro Woche… mehr…
BLACK BREATH – Live review.
| 23. April 2012 | Veröffentlicht von Thomas unter Blog |
21.04.2012 Berlin, Festsaal Kreuzberg. Einen der mit Abstand filmreifsten Momente meines Lebens verdanke ich BLACK BREATH. Im Sommer 2010 lief deren erstes Album bei mir rauf und runter. So auch an einem besonders schönen Tag, mit besonders hoher Lautstärke. Gestört wurde mein persönliches krustiges Metalfest nur von einem ziemlichen Tumult im Treppenhaus. Zu den Klängen von „Black sin (Spit on the cross)“ rumpelten um die sechs Polizisten in Vollmontur die Treppe hoch. Eine Szene wie aus dem Trailer eines Actionfilms, untermalt mit dem fettesten Soundtrack, den man sich dazu nur vorstellen kann. Zugegebenermaßen wurden die Ressourcen der Berliner Staatsgewalt lediglich deshalb mobilisiert, um meiner Nachbarin nahezulegen, sich etwas besser zu benehmen, aber trotzdem: Kann es noch epischer kommen? Mit einer allzu großen Erwartungshaltung ging ich jedenfalls nicht in den Festsaal Kreuzberg.
Dort wurde ich von einem Publikum begrüßt, das zahlenmäßig damals wohl noch mit ins Treppenhaus gepasst hätte. Das parallel stattfindende Desertfest hatte wohl einige Leute abgezogen. Der harte Kern zeigte aber gehörig Präsenz, als ich – gegen 21 Uhr, die erste Vorband TORMENTED hatte leider schon gespielt – mitten ins Set von CHRISTIAN MISTRESS hineinstolperte. Deren musikalische Sozialisation kann man an jeder patchübersäten Oldschool-Jeansjacke auf dem Wacken Open Air ablesen: Mit ein wenig Nostalgie, schweinerockig treibenden Riffs und virtuos heruntergeschrubbten Kirchentonleitern werden der guten alten (sic!) New Wave of British Heavy Metal und BLACK SABBATH gehuldigt. Wäre der Gesang etwas druckvoller gewesen – das Soundsystem des Festsaals erlebte an diesem Abend sicherlich nicht seine Sternstunde – hätte ich mich der kollektiven Nostalgie und vielleicht auch dem frenetischen Jubel angeschlossen. Der fiel übrigens lauter aus, als es die Größe des Publikums vermuten ließ – die Zugabe wurde CHRISTIAN MISTRESS geradezu abgezwungen.
Nach einer schier endlosen Umbaupause legten dann BLACK BREATH los. Glaube ich. Vielleicht hatte sich auch irgendwer spontan dazu entschieden, die gesamte ANAL CUNT-Diskografie leicht zeitversetzt über eintausend Handylautsprecher auf den mittlerweile etwas besser gefüllten Saal loszulassen. Das konnte allerdings nicht sein, denn vorne auf der Bühne wurden doch tatsächlich Instrumente bedient: Das waren also BLACK BREATH! Und denen schien der unterirdische Sound – der sich erst gegen Ende des Konzerts in erträglichere Bereiche einpendelte – nichts auszumachen. Das ist das Schöne an dieser ENTOMBED-infizierten Metalband: Eigentlich sind es nur fünf Hardcore-Kids mit Camouflagehosen und langen Haaren. Okay, der Bassist würde mit seiner Frisur selbst noch auf Chewbaccas Heimatplaneten unter Vermummungsverdacht fallen, aber die Attitüde von BLACK BREATH stimmt einfach: Scheiß auf den Sound, scheiß auf die Posen und die elenden Soli. Bodenständigkeit ist angesagt. Und sowieso: Hauptsache, es fetzt.
Und es fetzte natürlich. Wer das nicht glaubt, kann meinen Tinnitus fragen. Gut eine Stunde lang bewies die Band aus Seattle, dass es einen Grund gibt, warum sie in der Hardcore- wie auch in der Metalszene gleichermaßen hoch gehandelt wird. Die Songs der neuen LP machten sich dabei großartig neben älterem Material, die Spannungskurve stimmte und zeitweise bildete sich ein kleiner Pit im lichten Bereich vor der Bühne. Und auch hier sprach die Resonanz des Publikums eine deutliche Sprache. Die Begeisterung ist bestens nachzuvollziehen: BLACK BREATH sind momentan eine der lautesten, aber auch tightesten Bands und so großartig ihre Studioprodukte schon sind: Für solche Musik wurde der Livegig erfunden, daneben sehen alle brutal ausstaffierten Hundertschaften der Polizei ziemlich mickrig aus. Muss man gesehen haben.
Kristoffer Cornils
WATERDOWN – My last tour diary (1).
| 17. April 2012 | Veröffentlicht von Thomas unter Blog |
Nach unserer letzten Platte „Into The Flames“ läuft jetzt die letzte Tour. Wir lösen uns mit Ansage auf und geben allen Freunden noch einmal die Möglichkeit, uns persönlich Tschüs zu sagen. Hier der erste Teil unseres kleinen Erlebnistagebuchs.
05.04.2012 Hamburg, Hafenklang. Der erste Tag unserer letzten Tour beginnt stressig. Wir sind Schluffen, spät dran, haben Sachen vergessen, die wichtig sind, brauchen ewig, um im Tetris-System den viel zu kleinen Mietvan zu beladen – und kommen deshalb mit fast drei Stunden Verspätung in Hamburg an. Soundcheck wird gestrichen, in einer halben Stunde gehen die Türen auf. Noch in Windeseile die Merchwände und -tische aufgebaut, was am ersten Tourtag auch immer länger dauert als sonst. Dann ist allerdings alles bereit. Hamburg hat Bock auf diese Show, der Laden füllt sich, und SOCIETY OFF, unsere Supportband für heute, zieht ordentlich vom Leder. Nette Jungs, gute Band. Kann man sich definitiv mal geben. Unsere Show ist dann nach wenigen Songs schon im Sack. Es ist voll, die Leute haben Spass, überall sieht man lachende Gesichter, und von Song zu Song wird die Stimmung besser. Bei „Dragged through the dirt“ lassen wir einen Teil des Songs von den Leuten singen, danach brechen alle Dämme. Hamburg fängt an, sich durch die Gegend zu schmeißen. Gut so. Nach der Show geht’s an den Merchtisch, wo sich mehrere Leute aufrichtig bei uns für die letzten zwölf Jahre Lebensbegleitung bedanken. Das geht runter wie Öl. Danke! Nach der Show laufen wir die zehn Minuten zum Hotel Kogge, in dem wir untergebracht sind, und begeben uns dann mit Freunden auf die Reeperbahn, um die Nacht mit Falafel und dem einen oder anderen Kaltgetränk ausklingen zu lassen. Ein schöner Start.
06.04.2012 Berlin, Cassiopeia. Berlin ist für uns immer etwas Besonderes, da hier viele Freunde wohnen und wir die Stadt super finden. Das Cassiopeia ist einer der wenigen (Punk-)Clubs, die wir in dieser Stadt noch nicht zu Klump gespielt haben. Dafür waren wir in der Vergangenheit aber mindestens hundert Mal im Wild At Heart, dem Magnet, dem SO36 und dem alten Knaack Club. Das Cassiopeia ist cool, die Veranstalter sind nett, beim Soundcheck klingt es gut, die Bühne ist groß – jetzt müssen nur noch Leute kommen. Unsere Supportband THE DRIFTWOOD FAIRYTALES bekommen wir heute leider nicht zu sehen, weil wir von unseren Bookingagenten Sylvia und Dave zum Punkrock-Italiener ausgeführt werden. Das hat schon Tradition und ist geil, weil man sich dort beim Essen die Widmungen, Danksagungen und Autogramme der Bands ansehen kann, die bereits dort waren: SNAPCASE, SICK OF IT ALL, HOT WATER MUSIC und NOFX haben dort an die Wände des Restaurants geschrieben … läuft. Nach einem fulminanten Drei-Gänge-Menü tragen wir uns ebenfalls dort ein und rollen anschließend zum Club zurück. Noch zehn Minuten, dann geht’s los. Mit vollem Magen, na toll. Nach ein paar Songs hat sich das Völlegefühl aber glücklicherweise gelegt. Es sind nicht ganz so viele Leute wie in Hamburg da, leer ist es aber trotzdem nicht, und alle Anwesenden scheinen Bock zu haben, mit uns zu feiern. Auch hier wieder: lachende Gesichter, Refrains aus vielen Kehlen und hinterher persönliches Verabschieden. Das könnte alles wesentlich schlechter laufen. Tschüs, Berlin, war immer schön mit euch!
07.04.2012 Lüdenscheid, Eigenart. Es folgt die Provinz, es folgt Lüdenscheid zwischen Sauerland und Ruhrpott. Vielleicht nicht unbedingt ein Ort, den man bei so einer Abschiedstour erwarten würde, aber wir haben da unsere Erfahrungen gemacht. Heute werden allerdings selbst unsere besten Erinnerungen übertroffen. Das fängt bei den Supportbands an: CIRCLESQUARETRIANGLE, der lokale Opener und wahrscheinlich noch Schüler, lassen unsere Kinnladen herunterklappen. Die Jungs sind noch grün hinter den Ohren, zocken aber eine derart eigenständige und abgefahrene Mischung, dass man es kaum glauben kann. Super Instrumentalisten, frickelig und sehr musikalisch, dazu ein kreischender und schreiender Derwisch – das passt zum Teil fast schon in die neue Djent-Szene mit Bands wie ANIMALS AS LEADERS und TESSERACT. Beeindruckend. Dann kommen AKELA, die sich durch ihre Soundwand wälzen und irgendwo zwischen NEUROSIS und WILL HAVEN schleichende Negativität verbreiten. Fett. ASHES OF POMPEII schliesslich sind eine der besten Bands Deutschlands. Das wussten wir vorher auch schon, kriegen es hier aber noch einmal bestätigt. Musikalisch, atmosphärisch, schlau. Das klingt zum Teil nach THRICE in der „The Alchemy Index“-Phase, hat Herz und Seele und ist absolut empfehlenswert. Als wir dann auf die Bühne gehen, ist der Laden bis zur Oberkante gefüllt, und Lüdenscheid dreht ab dem zweiten oder dritten Song komplett frei. Ohne Scheiß, das hier ist eine der besten, intensivsten und euphorischsten Shows unserer Laufbahn. Was immer man will, es ist da: Sprechchöre, Pile Ons, ein unfassbarer Circle Pit, Refrains aus allen Kehlen, Chaos, Liebe. Der absolute Wahnsinn. Lüdenscheid lässt uns dann auch nicht von der Bühne, und erst nach fast zwei Stunden sitzen wir ungläubig und kopfschüttelnd im Backstageraum und kehren langsam in die Realität zurück. Das, Lüdenscheid, war der absolute Wahnsinn. Vielen Dank!
Die WATERDOWN-Abschiedstour wird fortgesetzt am 20.04. in Lindau (Club Vaudeville), am 21.04. in Saarbrücken (Garage), am 04.05. in Großefehn (Schlappohr) und am 05.05. in unserer Heimat Ibbenbüren (Scheune). Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!
Christian WATERDOWN
großes Bild: Mirko Beyer (mocean-pictures.de)
kleine Bilder: Jasmin Rehrmann
IMPERICON FESTIVAL – Dinge fuer Gewinner.
| 10. April 2012 | Veröffentlicht von Thomas unter Blog |
Das von uns präsentierte Impericon Festival ist inzwischen zwar ausverkauft, trotzdem gibt es noch eine Möglichkeit an Karten zu kommen: Wir verlosen nämlich zwei mal zwei Tickets. Ihr müsst dazu lediglich auf dieser Seite einen Kommentar über eine (oder mehrere) der spielenden Bands hinterlassen – also ganz so wie bei der beliebten “Tourmates”-Rubrik im Heft.
Zur Erinnerung hier noch mal, was die Bands des Festivals in der aktuellen Ausgabe übereinander geschrieben haben:
PARKWAY DRIVE. Letztes Jahr waren wir mit ihnen in den USA auf Tour. Als wir am ersten Tag zum Venue kamen, waren sie nirgendwo zu finden. Sie hatten den Soundcheck ausfallen lassen, um surfen zu gehen. Es war egal. Sie klangen fett wie immer. (Jim THE GHOST INSIDE)
Ein paar der nettesten Typen in diesem Business. (Ryan MISS MAY I)
Alex und Sebastian haben mal stundenlang mit Jeff über den Crocodile Hunter philosophiert. (Dennis HIS STATUE FALLS)
Eine der angesehensten harten Bands des Planeten. Und trotzdem war ich Zeuge, wie sie sich gegenseitig mit Scheiße bewarfen. (Crafter CONFESSION)
CALIBAN. Wir freuen uns riesig darauf, mit der Band, die jeden von uns musikalisch beeinflusst hat, endlich die Bühne teilen zu dürfen. Papa hat die BEATLES, wir haben CALIBAN. (Sushi ESKIMO CALLBOY)
Neben BLEEDING THROUGH, AS I LAY DYING und TRIVIUM eine der ersten Metalbands, die ich gehört habe. (Ryan MISS MAY I)
Mit denen war ich 2004 auf Tour. Einmal spielten wir vor zwanzig zahlenden Gästen und ihr Sänger sagte mit seinem deutschen Akzent: „Why are we playing this shitty little villages?“ Haha, ich habe mich nicht mehr eingekriegt vor Lachen. (Crafter CONFESSION)
THE GHOST INSIDE. Ihr Sänger ist so freundlich, dass es fast unheimlich ist, ihr Gitarrist ist groß und orange. Aber ich liebe diese Band. (Crafter CONFESSION)
Ihr Sänger Vigil hat ein Vin-Diesel-Tattoo und liebt Red Bull. (Stu YOUR DEMISE) YOUR DEMISE. Das sind richtige gute Freunde von uns geworden, als wir vor ein paar Jahren zusammen mit THE DEVIL WEARS PRADA in den USA unterwegs waren. (Ryan MISS MAY I)
WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER. Mann, ist der Bandname scheiße. Im Ernst: Was haben sie sich nur dabei gedacht? Und ist Butter überhaupt vegan? Europäer lieben veganes Essen. (Crafter CONFESSION)
MISS MAY I. Die netteste Band aller Zeiten. So nett, dass man nie weiß, ob man gleich Opfer einer Gruppenvergewaltigung wird. (Crafter CONFESSION)
WHILE SHE SLEEPS. Da sie aus Sheffield kommen, bringt uns jedes Wort, das aus ihrem Mund kommt, zum Lachen. (Stu YOUR DEMISE)
SET YOUR GOALS. Musikalisch passen wir genauso gut zu den anderen Bands des Festivals wie zu PARKWAY DRIVE und THE GHOST INSIDE, mit denen wir letztes Jahr auf Tour waren. Manchmal war es etwas schwierig, vor einem Haufen Metalcore-Fans zu spielen, aber wir hatten viel Spaß dabei, mit den Jungs abzuhängen. (Matt SET YOUR GOALS)
BORN FROM PAIN. Ich bin echt auf das neue Album gespannt. (Marc CALIBAN)
NASTY. Wer NASTY nicht mag, hat keine Ohren. (Stu YOUR DEMISE)
Stumpf, stumpfer, am stumpfesten, NASTY! Geil. (Dominik BORN FROM PAIN)
CONFESSION. Unsere Saufkumpels, als wir mit PARKWAY DRIVE durch Australien getourt sind. Ich habe gerade ein Shirt von denen an. (Ryan MISS MAY I)
Der Sänger ist alt, der Gitarrist fett, der Schlagzeuger orange, außerdem hält er sich für Travis Barker. Der Bassist hat ein leichtes Down-Syndrom, und der andere Gitarrist ist dafür bekannt, richtig beschissene Shorts zu tragen. Mosh wurde von BURY YOUR DEAD erfunden, CONFESSION haben die Riffs geklaut, haha. (Crafter CONFESSION)
HIS STATUE FALLS. Was unseren Sound betrifft, haben uns HIS STATUE FALLS oft inspiriert. Danke für alles! (Sushi ESKIMO CALLBOY)
ESKIMO CALLBOY. Das ist so eine Partyband, oder? Schau ich mir auf jeden Fall mal an. (Marc CALIBAN)
Waren das nicht die, die damals im Quelle-Katalog Bademoden vorgeführt haben? (ESKIMO CALLBOY)
So. Und jetzt seid ihr dran! Habt ihr zum Beispiel bei einer Show einer der Bands etwas Besonderes erlebt? Hat ein Song einer der Bands eine besondere Bedeutung für euch? Aus welchen Gründen mögt ihr eine der Bands ganz besonders? Aus welchen Gründen könnt ihr sie nicht ausstehen? Was auch immer euch zu den Bands einfällt: Schreibt es uns!
JOB FOR A COWBOY – My Artwork.
| 29. März 2012 | Veröffentlicht von Thomas unter Blog |
Mir fällt keine Band ein, die bewusst versucht hätte, Musik und Artwork einer Platte voneinander abzugrenzen – außer im Spaß natürlich. Es ist einfach wichtig, dass diese beiden Elemente zusammenpassen. In unseren Anfangstagen habe ich deshalb viel selbst gemacht, in den letzten Jahren haben wir allerdings ein paar unserer Lieblingskünstler darum gebeten, etwas für uns zu erschaffen. Das Cover unserer neuen Platte „Demonocracy“ stammt von Brent Elliott White, den wir schon lange kennen und der mit uns seit 2009 zusammenarbeitet. Ein super Typ und toller Künstler. Wir gaben ihm das Konzept der Platte, und er kam sofort mit einer Idee an. „Demonocracy“ ist ein politisches Album, bei dem es auch um Verschwörungen geht. Die Flüssigkeit, die über Justitias Körper rinnt und wie Blut aussieht, ist in Wahrheit Öl. Die Polizisten repräsentieren den Polizeistaat. Die toten Vögel verkörpern den Verlust von Freiheit und Unabhängigkeit in Amerika und der gesamten Welt. Der Begriff „Demonocracy“ stammt aus der Mythologie und steht für eine Regierung, die in der Hölle existiert. Er taucht aber auch immer wieder im heutigen Polit-Journalismus auf und wird gewöhnlich verwendet, um den militärisch-industriellen Komplex, die Weltregierung und das globale Bankensystem zu beschreiben.
Jonny Davy, JOB FOR A COWBOY
AGNOSTIC FRONT – Ask the merch guy.
| 23. März 2012 | Veröffentlicht von Thomas unter Blog |
Auf der Jubiläumstour zum dreißigjährigen Bestehen von AGNOSTIC FRONT (die New Yorker sind mit DEATH BY STEREO und NAYSAYER unterwegs) treffen wir mit Mosh aus Berlin einen alten Haudegen hinter dem Merchandise-Stand. Schließlich war der 43-Jährige schon in diesem Geschäft zu Hause, als einige Musiker von gegenwärtig aktiven Bands noch nicht einmal geboren waren.
Wie bist du zu diesem Job gekommen und was machst du sonst?
Ich war 1990 zur falschen Zeit am falschen Ort. Neben meiner Arbeit auf Konzerten bin ich als DJ tätig.
Erzähl eine Anekdote aus dem Tourleben von AGNOSTIC FRONT.
1993 sind wir in Prag von einer Polizeieskorte zum Club gebracht worden, weil wir zu spät waren und deshalb rund achthundert Leute am Durchdrehen waren.
Die Band existiert seit dreißig Jahren. Woran merkt man den Mitgliedern das auf Tour an?
Nun, sie stehen auf komfortable Betten, gutes Essen und warme Backstage-Räume.
Wodurch unterscheiden sich AGNOSTIC FRONT von anderen Bands?
Sie haben ein ganzes Genre miterfunden, und ziehen ihr Ding durch, ohne sich anzupassen. Die Band gibt auf der Bühne auch nach so langer Zeit noch genauso viel Gas wie früher.
Welche Band wäre prädestiniert für ein Feature mit AGNOSTIC FRONT?
THE KING BLUES aus England. Mit dieser Kombination würde guter alter Hardcore und eine der besten Bands, die es momentan gibt, aufeinandertreffen.
Welchen Eindruck hast du von der aktuellen Szene?
Zu viel Metal und zu wenig Hardcore.
Möchtest du noch etwas loswerden?
Ja! Die Clubs und Veranstalter sollten einfach mal ihre Hausaufgaben machen. Es ist total einfach, eine Band glücklich zu machen. Dazu bedarf es in der Regel lediglich eines guten Essens und der Möglichkeit einer warmen Dusche.
Florian Auer























