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EVERY TIME I DIE – Live review.

8. Mai 2012 Veröffentlicht von Dennis unter Allgemein
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01.05.2012 Köln, Underground. Eine der Touren mit dem hochkarätigsten Line-up zieht gerade durch Deutschland und macht den Auftakt in Köln. Und während für Festivals Regen und Sturm fatal ist, verhält es sich bei Clubshows gegenteilig. Sonnenschein und T-Shirt-Wetter füllt den Biergarten, und wären die Bands unbekannter oder gar lokalen Ursprungs, würden sich die Leute wohl erst zum Headliner ins Innere begeben. Trotz früher Ankunft verpasste ich MAKE DO AND MEND fast komplett. Es gibt nichts Enttäuschenderes als zu “Thank you, this is our last song” den Raum zu betreten, vor allem wenn dies von einer der vielversprechendsten Bands des Jahres ausgesprochen wird. “End measure mile” vertröstet mich jedoch auf den Spätsommer, wenn die Band mit LA DISPUTE und TITLE FIGHT wiederkommt. Sofort nach Ende des Sets beginnt die Reise nach Jerusalem für die Konzertbesucher, denn zwischen den Bands sollte sich das Underground wie durch ein Nadelöhr in den Biergarten entleeren, nur um sich dann zu den ersten Klängen der Bands wieder zu füllen. Natürlich war es heiß, aber dies hatte zur Folge, dass die Bands immer erst vor einer  Handvoll Leuten ihr Set begannen, während sich die Leute wieder durch das Nadelöhr ins Underground ergossen.

So erging es  auch SET YOUR GOALS, die sich mit einem großen Loch im Publikum vor der Bühne konfrontiert sahen, das sich aber auch nicht wirklich füllen wollte. Natürlich wurde die Band von mehr als nur ein paar Leuten abgefeiert, aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Vor allem wenn man bedenkt, wie die Band auf ihrer Tour als Headliner im vorigen Jahr im gleichen Club ankam. So wurde zwar immer wieder der Circle Pit gefordert, aber mehr als fünf bis zehn Willige fanden sich meist nicht. SET YOUR GOALS jedoch sind Profis und lieferten ein solides Set ab, das ihrem guten Ruf als Liveband durchaus gerecht wurde. Dennoch tat es mir fast leid für SET YOUR GOALS.

Auch CANCER BATS begannen ihr Set in einem nur halbvollen Underground, der sich dann aber deutlich schneller als bei SET YOUR GOALS wieder füllte, und so ganz wurde man den Eindruck nicht los, dass die Kanadier für die meisten der heimliche Headliner waren. Songs wie “Sorceress”, “Hail destroyer” und das BEASTIE BOYS-Cover “Sabotage” waren die Highlights der Setlist, und die Band hatte an dem Abend auch mit Abstand den Preis für den fiesesten Basssound  verdient. Erstaunlich, dass eine Band mit nur einem Gitarristen einen so runden und fetten Sound hinbekommt.

Ein weiteres Raus-rein-Spiel später fingen EVERY TIME I DIE ebenfalls vor halbleerem Haus an, und zu meiner Überraschung wurde es auch nicht mehr so richtig voll. Es bestätigte sich die Vermutung, dass viele eher wegen CANCER BATS da waren. Auch wenn EVERY TIME I DIE immer noch ein hervorragendes Set inklusive “The new black”, “We’rewolf” oder “Wanderlust” ablieferten, so blieben Band und Publikum doch hinter den Erwartungen zurück. Vielleicht war es der Jetlag der Band, die Erinnerung an das grandiose Konzert im letzten Jahr, vielleicht die Temperaturen oder vielleicht waren alle am Wochenende zuvor beim Groezrock und deswegen noch eher konzertmüde. Wobei ich aber noch einmal betont haben möchte, dass ein mittelmäßiges EVERY TIME I DIE-Konzert immer noch um Längen besser ist als ein super Konzert einer x-beliebigen Metalcore-Band.
Dennis Meyer

Foto: Lena Stahl



UNBROKEN – Live review.

3. Mai 2012 Blog

24.04.2012 Berlin, Festsaal Kreuzberg. Die Schlange vor dem Berliner Festsaal Kreuzberg ist lang, weit länger als sonst üblich. Die Ausbeute der pfandsammelnden Frauen fällt trotzdem mager aus. Es wird nicht viel Bier getrunken, vereinzelt fällt höchstens eine Flasche Club Mate ab. Ein Stück vor mir steht jemand im Anzug, hinter mir höre ich Französisch, viele hier sind von weiter her gekommen. Überall begrüßen sich lautstark… mehr…

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REFUSED – My five cents.

26. April 2012 Blog

Die nächsten drei Tagen werden spannend: REFUSED sind zurück und spielen in Berlin, Duisburg und Belgien. Wir haben deshalb ein paar unserer Autoren gefragt, was sie von der Reunion der Band halten. Georg Büchner. Meine Meinung zur REFUSED-Reunion: Das ist traumhaft. Ich muss demnächst wieder die Alben herauskramen und werde mich fragen, warum ich diese Band in den letzten Jahren nicht mindestens einmal pro Woche… mehr…

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BLACK BREATH – Live review.

23. April 2012 Blog

21.04.2012 Berlin, Festsaal Kreuzberg. Einen der mit Abstand filmreifsten Momente meines Lebens verdanke ich BLACK BREATH. Im Sommer 2010 lief deren erstes Album bei mir rauf und runter. So auch an einem besonders schönen Tag, mit besonders hoher Lautstärke. Gestört wurde mein persönliches krustiges Metalfest nur von einem ziemlichen Tumult im Treppenhaus. Zu den Klängen von „Black sin (Spit on the cross)“ rumpelten um die… mehr…

waterdown120417

WATERDOWN – My last tour diary (1).

17. April 2012 Blog

Nach unserer letzten Platte „Into The Flames“ läuft jetzt die letzte Tour. Wir lösen uns mit Ansage auf und geben allen Freunden noch einmal die Möglichkeit, uns persönlich Tschüs zu sagen. Hier der erste Teil unseres kleinen Erlebnistagebuchs. 05.04.2012 Hamburg, Hafenklang. Der erste Tag unserer letzten Tour beginnt stressig. Wir sind Schluffen, spät dran, haben Sachen vergessen, die wichtig sind, brauchen ewig, um im Tetris-System… mehr…

IMPERICON FESTIVAL – Dinge fuer Gewinner.

10. April 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Blog
19 Kommentare

Das von uns präsentierte Impericon Festival ist inzwischen zwar  ausverkauft, trotzdem gibt es noch eine Möglichkeit an Karten zu kommen: Wir verlosen nämlich zwei mal zwei Tickets. Ihr müsst dazu lediglich auf dieser Seite einen Kommentar über eine (oder mehrere) der spielenden Bands hinterlassen – also ganz so wie bei der beliebten “Tourmates”-Rubrik im Heft.

Zur Erinnerung hier noch mal, was die Bands des Festivals in der aktuellen Ausgabe übereinander geschrieben haben:

PARKWAY DRIVE. Letztes Jahr waren wir mit ihnen in den USA auf Tour. Als wir am ersten Tag zum Venue kamen, waren sie nirgendwo zu finden. Sie hatten den Soundcheck ausfallen lassen, um surfen zu gehen. Es war egal. Sie klangen fett wie immer. (Jim THE GHOST INSIDE)
Ein paar der nettesten Typen in diesem Business. (Ryan MISS MAY I)
Alex und Sebastian haben mal stundenlang mit Jeff über den Crocodile Hunter philosophiert. (Dennis HIS STATUE FALLS)
Eine der angesehensten harten Bands des Planeten. Und trotzdem war ich Zeuge, wie sie sich gegenseitig mit Scheiße bewarfen. (Crafter CONFESSION)
CALIBAN. Wir freuen uns riesig darauf, mit der Band, die jeden von uns musikalisch beeinflusst hat, endlich die Bühne teilen zu dürfen. Papa hat die BEATLES, wir haben CALIBAN. (Sushi ESKIMO CALLBOY)
Neben BLEEDING THROUGH, AS I LAY DYING und TRIVIUM eine der ersten Metalbands, die ich gehört habe. (Ryan MISS MAY I)
Mit denen war ich 2004 auf Tour. Einmal spielten wir vor zwanzig zahlenden Gästen und ihr Sänger sagte mit seinem deutschen Akzent: „Why are we playing this shitty little villages?“ Haha, ich habe mich nicht mehr eingekriegt vor Lachen. (Crafter CONFESSION)
THE GHOST INSIDE. Ihr Sänger ist so freundlich, dass es fast unheimlich ist, ihr Gitarrist ist groß und orange. Aber ich liebe diese Band. (Crafter CONFESSION)
Ihr Sänger Vigil hat ein Vin-Diesel-Tattoo und liebt Red Bull. (Stu YOUR DEMISE) YOUR DEMISE. Das sind richtige gute Freunde von uns geworden, als wir vor ein paar Jahren zusammen mit THE DEVIL WEARS PRADA in den USA unterwegs waren. (Ryan MISS MAY I)
WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER. Mann, ist der Bandname scheiße. Im Ernst: Was haben sie sich nur dabei gedacht? Und ist Butter überhaupt vegan? Europäer lieben veganes Essen. (Crafter CONFESSION)
MISS MAY I. Die netteste Band aller Zeiten. So nett, dass man nie weiß, ob man gleich Opfer einer Gruppenvergewaltigung wird. (Crafter CONFESSION)
WHILE SHE SLEEPS. Da sie aus Sheffield kommen, bringt uns jedes Wort, das aus ihrem Mund kommt, zum Lachen. (Stu YOUR DEMISE)
SET YOUR GOALS. Musikalisch passen wir genauso gut zu den anderen Bands des Festivals wie zu PARKWAY DRIVE und THE GHOST INSIDE, mit denen wir letztes Jahr auf Tour waren. Manchmal war es etwas schwierig, vor einem Haufen Metalcore-Fans zu spielen, aber wir hatten viel Spaß dabei, mit den Jungs abzuhängen. (Matt SET YOUR GOALS)
BORN FROM PAIN. Ich bin echt auf das neue Album gespannt. (Marc CALIBAN)
NASTY. Wer NASTY nicht mag, hat keine Ohren. (Stu YOUR DEMISE)
Stumpf, stumpfer, am stumpfesten, NASTY! Geil. (Dominik BORN FROM PAIN)
CONFESSION. Unsere Saufkumpels, als wir mit PARKWAY DRIVE durch Australien getourt sind. Ich habe gerade ein Shirt von denen an. (Ryan MISS MAY I)
Der Sänger ist alt, der Gitarrist fett, der Schlagzeuger orange, außerdem hält er sich für Travis Barker. Der Bassist hat ein leichtes Down-Syndrom, und der andere Gitarrist ist dafür bekannt, richtig beschissene Shorts zu tragen. Mosh wurde von BURY YOUR DEAD erfunden, CONFESSION haben die Riffs geklaut, haha. (Crafter CONFESSION)
HIS STATUE FALLS. Was unseren Sound betrifft, haben uns HIS STATUE FALLS oft inspiriert. Danke für alles! (Sushi ESKIMO CALLBOY)
ESKIMO CALLBOY. Das ist so eine Partyband, oder? Schau ich mir auf jeden Fall mal an. (Marc CALIBAN)
Waren das nicht die, die damals im Quelle-Katalog Bademoden vorgeführt haben? (ESKIMO CALLBOY)

So. Und jetzt seid ihr dran! Habt ihr zum Beispiel bei einer Show einer der Bands etwas Besonderes erlebt? Hat ein Song einer der Bands eine besondere Bedeutung für euch? Aus welchen Gründen mögt ihr eine der Bands ganz besonders? Aus welchen Gründen könnt ihr sie nicht ausstehen? Was auch immer euch zu den Bands einfällt: Schreibt es uns!

JOB FOR A COWBOY – My Artwork.

29. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Blog
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Mir fällt keine Band ein, die bewusst versucht hätte, Musik und Artwork einer Platte voneinander abzugrenzen – außer im Spaß natürlich. Es ist einfach wichtig, dass diese beiden Elemente zusammenpassen. In unseren Anfangstagen habe ich deshalb viel selbst gemacht, in den letzten Jahren haben wir allerdings ein paar unserer Lieblingskünstler darum gebeten, etwas für uns zu erschaffen. Das Cover unserer neuen Platte „Demonocracy“ stammt von Brent Elliott White, den wir schon lange kennen und der mit uns seit 2009 zusammenarbeitet. Ein super Typ und toller Künstler. Wir gaben ihm das Konzept der Platte, und er kam sofort mit einer Idee an. „Demonocracy“ ist ein politisches Album, bei dem es auch um Verschwörungen geht. Die Flüssigkeit, die über Justitias Körper rinnt und wie Blut aussieht, ist in Wahrheit Öl. Die Polizisten repräsentieren den Polizeistaat. Die toten Vögel verkörpern den Verlust von Freiheit und Unabhängigkeit in Amerika und der gesamten Welt. Der Begriff „Demonocracy“ stammt aus der Mythologie und steht für eine Regierung, die in der Hölle existiert. Er taucht aber auch immer wieder im heutigen Polit-Journalismus auf und wird gewöhnlich verwendet, um den militärisch-industriellen Komplex, die Weltregierung und das globale Bankensystem zu beschreiben.
Jonny Davy, JOB FOR A COWBOY

AGNOSTIC FRONT – Ask the merch guy.

23. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Blog
1 Kommentar

Auf der Jubiläumstour zum dreißigjährigen Bestehen von AGNOSTIC FRONT (die New Yorker sind mit DEATH BY STEREO und NAYSAYER unterwegs) treffen wir mit Mosh aus Berlin einen alten Haudegen hinter dem Merchandise-Stand. Schließlich war der 43-Jährige schon in diesem Geschäft zu Hause, als einige Musiker von gegenwärtig aktiven Bands noch nicht einmal geboren waren.

Wie bist du zu diesem Job gekommen und was machst du sonst?
Ich war 1990 zur falschen Zeit am falschen Ort. Neben meiner Arbeit auf Konzerten bin ich als DJ tätig.
Erzähl eine Anekdote aus dem Tourleben von AGNOSTIC FRONT.
1993 sind wir in Prag von einer Polizeieskorte zum Club gebracht worden, weil wir zu spät waren und deshalb rund achthundert Leute am Durchdrehen waren.
Die Band existiert seit dreißig Jahren. Woran merkt man den Mitgliedern das auf Tour an?
Nun, sie stehen auf komfortable Betten, gutes Essen und warme Backstage-Räume.
Wodurch unterscheiden sich AGNOSTIC FRONT von anderen Bands?
Sie haben ein ganzes Genre miterfunden, und ziehen ihr Ding durch, ohne sich anzupassen. Die Band gibt auf der Bühne auch nach so langer Zeit noch genauso viel Gas wie früher.
Welche Band wäre prädestiniert für ein Feature mit AGNOSTIC FRONT?
THE KING BLUES aus England. Mit dieser Kombination würde guter alter Hardcore und eine der besten Bands, die es momentan gibt, aufeinandertreffen.
Welchen Eindruck hast du von der aktuellen Szene?
Zu viel Metal und zu wenig Hardcore.
Möchtest du noch etwas loswerden?
Ja! Die Clubs und Veranstalter sollten einfach mal ihre Hausaufgaben machen. Es ist total einfach, eine Band glücklich zu machen. Dazu bedarf es in der Regel lediglich eines guten Essens und der Möglichkeit einer warmen Dusche.
Florian Auer

CALIBAN – My tour diary.

23. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Blog
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Morgen ist der erste Tag der Tour, auf der wir unsere neue Scheibe „I Am Nemesis“ vorstellen. Mann, sind wir aufgeregt. Wir haben schon echt lange keine Show mehr gespielt, außerdem weiß man nie, wie die neuen Songs ankommen. Hoffentlich gut.

02.02.2012 Karlsruhe, Substage. Zum Glück haben wir am ersten Tag eine super Ablenkung. Zum einen sind die Leute vom TätowierMagazin vor Ort, plaudern mit uns und machen Fotos, zum anderen ist ein Gewinner des „Play a song with CALIBAN“-Contests da. Tobias darf mit uns „Love song“ spielen und macht einen extrem guten Job. Das Substage-Publikum ist wie immer super drauf.

03.02.2012 Hamburg, Markthalle. Heute kommt die neue Scheibe offiziell raus. Viele Freunde und Bekannte sind vor Ort, um das mit uns zu feiern. Auch hier in Hamburg haben wir einen „Play a song with CALIBAN“-Gewinner. Matze heißt der Gute und singt „24 years“, ein fettes Brett. Die Show ist ausverkauft und der absolute Hammer. Ich habe so viel Spaß, dass ich mir meinen eigenen Bass um die Ohren schlage. Das Resultat: ein blaues Auge, haha. Aber das gehört zu einer fetten Show auch mal dazu …

10.02.2012 Berlin, C-Club. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Meine Lieblingsstadt. Heute geht es uns nicht so gut, da wir gestern in Kopenhagen gut einen gezaubert haben. Muss ja auch mal sein, haha. Trotz Kater haben wir unser volles Programm aber gut durchgezogen. Der „Play a song with CALIBAN“-Gewinner übernimmt heute die Drums. Sein Name ist Erik, er spielt mega fett. Aber die ganze Show ist der Abriss. Wie soll es auch anders sein in Berlin?

11.02.2012 Jena, F-Haus. Wir haben eine Menge Besuch, unter anderem sind ein paar Leute von HSB und MAROON da. Der Laden ist ausverkauft, und die Leute sind der Knaller. Trotz meiner etwas schwachen Performance zerlegen sie das F-Haus und geben mir damit die nötige Energie, um das Set bis zum Ende durchzustehen.

16.02.2012 A-Wien, Arena. Leicht verspätet in Wien angekommen, geht es gleich an den Aufbau. Dann steht eine Autogrammstunde bei Rattlesnake auf dem Programm, anschließend geht es zurück in die Arena zum Abendbrot. Die Show ist auch sehr geil, obwohl ich sehr mit meinem Kreislauf zu kämpfen habe. Wahrscheinlich sind das die letzten Reste der Erkältung, die ich mir im Ostblock eingefangen habe.

17.02.2012 München, Backstage. Angekommen in München, und was sehe ich? Sehr viel Schnee. Ach, wie toll … Heute muss unser Bus außerdem kurz in die Werkstatt, da uns im Osten ein Reifen geplatzt ist, der endlich vernünftig ersetzt werden muss. Das Essen im Backstage ist wie immer ein Genuss. Und die Show? Was soll ich sagen? So etwas habe ich noch nie erlebt. Ein Gemetzel der feinsten Art.

21.02.2012 CH-Zürich, Abart. Wieder zu spät am Venue angekommen. Fragt mich nicht, wieso uns das bei dieser Tour andauernd passiert. So viel gibt es heute nicht zu berichten, wir sind einfach froh, dass wir leckeres Essen und Wi-Fi haben. Die Show ist dann wohl die beste, die wir bisher in der Schweiz gespielt haben. Außerdem feiern wir den Geburtstag unseres Merchers Scott, was sich bis morgens um sieben hinzieht. Dafür hat mir in Paris dann auch ganz schön der Helm gebrannt.

25.02.2012. Köln, Essigfabrik. Der Tag ist gekommen, „Heimspiel“ ist angesagt. Im Vorfeld gab es eine Verlosung, die Gewinner haben nun die Möglichkeit, mit uns über eine Kölner Kart-Bahn zu heizen. Eine richtig fette Sache, obwohl ich anfangs  ziemlich Schiss habe. Das Ende vom Lied ist, dass eine Frau namens Sandra gewinnt. Die Essigfabrik ist abends echt am Kochen, sie ist ja auch restlos ausverkauft. Es ist die absolut beste Köln-Show aller Zeiten. Natürlich denkt ihr jetzt: „Mann, der schreibt aber oft, wie geil die Show war.“ Aber hier war echt alles perfekt! Danach gibt es noch eine fette Aftershow-Party. Um vier sollte eigentlich Schluss sein, um sechs sind immer noch alle am Tanzen …
Marco Schaller, CALIBAN

 

FOR THE IMPERIUM – For The Imperium

21. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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Spätestens nach dem fünften Song muss man sich eingestehen, dass man es hier irgendwie mit einem Meisterwerk zu tun hat. FOR THE IMPERIUM vereinen alles, was man seit den neunziger Jahren an Rockmusik mochte, belächelte, schon immer einmal spielen können wollte oder scheiße fand, und weben noch Streicherarrangements nach Westernart sowie Gesänge ein, die an den „Der Herr der Ringe“-Soundtrack erinnern. Auf epische Songlängen wird verzichtet, und so findet das Ganze in dermaßen virtuosen, knackigen Rocksongs statt, dass man vor Staunen den Mund nur noch zum Schmunzeln schließt. Wen die pathetischen Knödel- und Choralgesänge peinlich berühren, der hat keinen Humor; wer bei der Klavierballade „Österbotte“ nicht auf dem Boden liegt vor Lachen, hat wirklich keinen Spaß im Leben. Genregrenzen haben sich ohnehin längst überlebt. Es lebe die Polystilistik! Hier wird folgerichtig erkannt, dass das Rad nicht neu erfunden werden muss, wenn man so richtig in Fahrt kommen will. Neider mögen vor ihren Boxen sitzen und im Kopf eine Liste mit Bandreferenzen anfertigen, die sie entdecken. Genießer bewundern dagegen die Arbeit, die in diesem Werk steckt. Ein bisschen entzückt werden aber beide Fraktionen sein – bei so viel Liebe zum Detail und instrumentalen Fähigkeiten. Vor allem der Sänger und seine Wandlungsfähigkeit muss gelobt werden: ein Schauspieler, ein Virtuose, ein Chamäleon auf seinem Gebiet! Doch wo auf New York Hardcore spanische Gitarren folgen, bleibt die Frage am Rande, was neben kompositorischem Geschick, instrumentaler Virtuosität und dem nicht von der Hand zu weisenden satirischen Aspekt der Platte sonst noch übermittelt werden soll. Der kurze Lacher nach Ende des letzten Songs gibt einem vielleicht Aufschluss darüber: Man sollte sich nicht einbilden, alles erfassen zu können, was die vier Finnen zu sagen haben. Denn Worte fallen darüber hinaus ja auch noch reichlich auf dieser überguten Platte. Und so möchte ich schließen mit den womöglich etwas irreführenden Zeilen: „Now I’m holding your heart. All the time I wait for you. Now I’m holding your heart forever.“ (Lifeforce/Soulfood)
Nils Wittrock

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