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THIS IS HELL – Misfortunes
| 10. November 2011 | Veröffentlicht von Dennis unter Reviews |
Es gibt Kinder, mit denen niemand so richtig spielen möchte. Sie sehen immer ein wenig dreckig aus und sind lauter als die anderen in ihrem Alter. Aber sie haben etwas an sich, das sie mit ihrer aufmüpfigen Art immer irgendwie durchkommen lässt. Auf dem Trustkill-Gymnasium sind THIS IS HELL die Klassenrowdys. Diejenigen, die beim Völkerball im Sportunterricht immer unter die Gürtellinie zielen und damit meist als Gewinner in die Umkleidekabine gehen. Die Attribute „wütend“ und „angepisst“ sind beim Debütalbum „Sundowning“ sehr oft, aber auch vollkommen zu Recht benutzt worden – im Falle des Nachfolgers „Misfortunes“ wirken sie eher wie eine Verniedlichung. Eines vorab: Wir reden hier nicht über einen Quantensprung im Hardcore und auch nicht über eine Blaupause für moderne Rockmusik. Wir reden über eine Platte, die bodenständiger nicht sein könnte. Es muss eben nicht immer größer, schneller und weiter sein, manchmal reicht auch das Wissen um die eigenen Stärken und ein Album, das auf gute Songs anstatt auf billige Effekthascherei setzt. THIS IS HELL sind tief genug im Hardcore verwurzelt, um zu wissen, dass man nicht mit einem aufgesetzten Image kokettieren muss, um sich Schritt für Schritt nach oben zu arbeiten. Sie sind clever genug, um durch konsequentes Touren mit den Großen (fast) aller Genres möglichst viele Menschen live mit ihrer Energie zu packen. In der Regel brauchen sie dazu nicht mehr als einen einzigen Song, das haben sie bei der „Never Say Die!“-Tour mit COMEBACK KID im letzten Jahr mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Es ist schön zu sehen, dass es in Zeiten wie diesen noch Bands gibt, die den ehrlichen und richtigen Weg gehen, auch wenn dieser oftmals der weitaus schwierigere ist. „If you can’t move me now then I swear you never will / Just going through the motions while the audience is still / I can hardly feel the passion that you’ve stolen from this room / You’re nothing but a mockery of all I hold so true“, schleudern sie der seelenlosen Konkurrenz bei „You are the antithesis“ wütend entgegen. Kann mir bitte jemand einen Stift bringen, damit ich das unterschreiben kann? (Trustkill/SPV)
Daniel Kleinbauer








