RUINER – Hell Is Empty
| 8. November 2011 | Veröffentlicht von Dennis unter Reviews |
Die Hölle, das sind die anderen. Die Hölle ist leer. „Hell Is Empty“ versteht Punk nicht als Ideologie, sondern als die einzig wahre Introspektionsmusik. Und wie sie hier leiden, sich beschweren und doch immer wieder von vorne anfangen. Rob Sullivan wütet sich derweil treffsicher und bisweilen höchst ätzend durchs Szenedickicht: „Hello you fuckers, you assholes, you social rejects / I hope you get my sarcasm as I generalize our subculture.“ Natürlich verstehen wir das, Rob. So unverbraucht und leidenschaftlich, wie diese Platte klingt. RUINER sind seit jeher ein Phänomen. Sie sind die Übriggebliebenen. Die Arbeitstiere. Die Hardcore-Band, die es nach modernen Maßstäben eigentlich nicht mehr geben dürfte. Es gibt Momente, da möchte man diesen Gegenentwurf zu oberfett aufgetragenem Modern Hardcore für immer abstellen, weil es einem schlichtweg zu viel wird mit dieser unverhohlenen Direktheit. Wenn flirrende Gitarren, ein schleppendes Fundament und die beständig wegbrechende Stimme von Chef-Ironiker Sullivan die Band auf einer Rasierklinge namens Leben tanzen lassen. Es gibt nicht wenige Momente, da wünscht man sich, jedes fette und satte Mittelstands-Hardcore-Kid würde diesem Album wenigstens zwei Minuten sein Gehör schenken, um endlich zu wissen: So, genau so hört sich das also an, was uns die anderen als Aufrichtigkeit verkaufen wollen. (Bridge Nine/Soulfood)
René Schuh








