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Monatsarchiv: Juli 2012

THE GHOST INSIDE – Get What You Give

18. Juli 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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Ähnlich wie STICK TO YOUR GUNS holten sich THE GHOST INSIDE für ihr neues Album Hilfe von außerhalb des üblichen Lambesis/Zeuss/Ohren-Kosmos: Um „Get What You Give“ kümmerte sich Jeremy McKinnon von A DAY TO REMEMBER. Und dieses Wagnis hat sich für die Band mehr als gelohnt. Der Sound wurde erweitert durch – und hier müssen Fans kurz innehalten – cleanen Gesang. Melodien waren schon immer das A und O bei THE GHOST INSIDE, damit konnten sie sich von den anderen abheben. Das Gespür für die richtigen Harmonien sorgte stets für Gänsehaut beim Hörer. Es zeigt sich nun, dass dieses Talent auch bei gesungenen Refrains greift. Jonathan Vigil, einer der kraftvollsten Shouter des Genres, zeigt eindrucksvoll, dass er auch leise überzeugen kann. Egal, ob hier der Produzent die Finger im Spiel hatte oder die Band ihr volles Potenzial vorher nicht ausgeschöpft hat, es passt einfach von vorne bis hinten. THE GHOST INSIDE öffnen sich neuen Einflüssen, die den Sound bereichern, ohne dabei ihre Wurzeln und Durchschlagskraft zu verlieren. „Only the strong will survive“, heißt es bei „The great unknown“. THE GHOST INSIDE werden überleben. Mehr noch: Sie werden anführen. (Epitaph/Indigo)
Frank Engelhardt

CALLEJON – Blitzkreuz

18. Juli 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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„Neues Album blitzt in die Charts – Sind CALLEJON die Erben von RAMMSTEIN?“, textete die Bild-Zeitung auf ihrer Internetseite und enthüllt dann „das Geheimnis hinter dem Sound der Band“: die „Vermischung von Metal mit Elementen aus HipHop, Punk, sogar Techno“. Das ist natürlich grober Unfug, aber man kann die Verwirrung des Boulevardblatts verstehen: CALLEJON klingen inzwischen so eigenständig, dass sie tatsächlich nur noch mit den ganz Großen verglichen werden können. Natürlich ist „Blitzkreuz“ irgendwie noch Metalcore – allerdings ohne die ganzen Klischees, die man nicht mehr hören kann. Statt plumper Breakdowns gibt es richtige Riffs, statt weinerlichem Gesang kraftvolle Refrains, die aus den Songs dauerhafte Hits machen. CALLEJON sind einfach unglaublich gut geworden und der Konkurrenz zum Teil meilenweit voraus. Bestes Beispiel: „Porn from Spain 2“, der einzige Song, der durch den Gastauftritt von unter anderem K.I.Z. den HipHop-Verweis der Bild-Zeitung rechtfertigt und der mühelos die Party macht, bei der ESKIMO CALLBOY immer so gerne dabei wären. Wer unbedingt eine etwas reißerische Überschrift braucht, kann ja folgende nehmen: „CALLEJON veröffentlichen das wichtigste deutschsprachige Metalalbum der letzten Jahre.“ (Four/Sony)
Thomas Renz

THE GASLIGHT ANTHEM – Handwritten

18. Juli 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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In einem seiner jüngsten Romane setzt Stephen King ein Zeitportal in ein Diner, durch das die fünfziger Jahre besucht werden können. Kaum jemand hat die idealisierte Welt der amerikanischen Kleinstadt so verstanden und erzählt wie King. Er weiß, dass diese Ideale am Besten in der Verklärung des Rückblicks funktionieren – genau wie THE GASLIGHT ANTHEM-Sänger Brian Fallon. „45“ eröffnet das vierte Studioalbum, Gitarren verursachen Gänsehaut, bevor der Gesang einsetzt, der Refrain bleibt unmittelbar und wohl für länger im Kopf. Dann das alte Gefühl: Da ist etwas vorbei, nur hat das jemand nicht begriffen. Auch Kings Diner steht vor der Übernahme durch den mächtigen Konzern. Verlust, Hoffnung, Trotz. GASLIGHT ANTHEM sind Americana im direkten Sinn, klingen auch auf „Handwritten“ nach Roadmovie („Howl“), Bluesclub („Too much blood“) und sonniger Südstaatenveranda („Keepsake“). Nach einem stilisierten Amerika, das es heute weniger gibt als jemals zuvor. „Handwritten“ ist wieder weniger „American Slang“-Rockpose, mehr „Nebraska“ als „Born In The U.S.A.“, und es steckt mehr Tiefe in jedem Song, als es Songwritern und Storytellern allerorten lieb sein kann. Der bewegende Titelsong, das majestätische „Mae“ – Material für unzählige Nächte. „Handwritten“ ist das Album des Jahrzehnts. Vielleicht nicht des jetzigen, aber dennoch. (Mercury/Universal)
Ingo Rieser

BARONESS – Yellow & Green

18. Juli 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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Ein Doppelalbum also, als wären BARONESS nicht schon ausufernd genug. Im Interview nennt Mastermind John Dyer Baizley als Grund, dass die Songs dieses Mal mehr Platz zum Atmen gebraucht hätten. Das kann viel bedeuten. Im Falle von BARONESS bedeutet es nicht weniger als die Abkehr vom Metal und die Hinwendung zu einem genreübergreifenden Stil, der jedoch in keinem Moment Zweifel aufkommen lässt, welche Band dahintersteckt. Auf träumerischen Chorälen spielt die Akustikgitarre umwerfende Melodiebögen, Baizley macht mit seiner Stimme alles außer brüllen, und doch wirkt es niemals fremd, wenn sich eine Gitarrenwand und ein druckvolles Bassriff ihren Weg bahnen, um einen Graben in die schön gezeichneten Landschaften zu schlagen. Anfangs führt dies zwangsweise dazu, dass Längen entstehen und die harten Parts wie eindeutige Höhepunkte erscheinen. Doch mit jedem Durchlauf strecken die Songs weiter ihre Fangarme aus, verweben sie sich ineinander, ergeben ein großes Ganzes – mit der Betonung auf „groß“. John Baizley schreibt eigentlich keine Songs, er schreibt Alben, bei „Yellow & Green“ vielleicht mehr als je zuvor. Und er katapultiert BARONESS damit endgültig in eine künstlerische Liga, in der sich Bands wie MASTODON und THE MARS VOLTA tummeln und gute Songs das Diktat ihrer Szenegrenzen überwunden haben. (Relapse/Rough Trade)
Benedikt Ernst

THE HIRSCH EFFEKT – Holon:Anamnesis

18. Juli 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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„Wer sich jetzt noch umdreht, ist selber schuld“, lautet das Mantra, das am Anfang und am Ende von „Holon:Anamnesis“ verkündet wird. Aber warum sollte man das tun? THE HIRSCH EFFEKT machen Musik, die sich mit nichts vergleichen lässt, was bis dato auf einen Tonträger gepresst wurde – noch nicht einmal mit dem eigenen Output. Auf ihrem ersten Album „Holon:Hiberno“ gaben sie sich sperrig, verkopft, zuweilen entrückt. Es war eines dieser Alben, das lange braucht, bevor es einen trifft. Und noch immer fordern die Hannoveraner ihren Hörern erheblich mehr Konzentration ab als die meisten Hardcore-Bands, doch die Musik auf „Holon:Anamnesis“ strahlt eine unmittelbare Dringlichkeit aus, die sich kaum ausblenden lässt. Ein Effekt, der von Song zu Song einen anderen Auslöser hat. Mal ist es ein langsam aufkeimendes Crescendo aus blechern verzerrtem Schreien, eingebettet in glockenklaren Chorgesang („Ligaphob“), mal ein simples Metalriff inmitten von mathematisch kontrolliertem Lärm, das in seiner Schlichtheit wirkt, als würde Muhammad Ali seinen Rivalen nach minutenlangem Getänzel mit einem humorlosen Kinnhaken auf die Bretter schicken („Limerent“). „Holon:Anamnesis“ ist ein Höllenritt, ein Wechselbad aus massivem Grindcore und traumwandlerischem Pop. Die melancholisch-trotzigen Texte verkommen dabei nicht zum schmückenden Beiwerk, je nach Situation wiegen sie die Songs in Unschuld oder gießen Öl ins Feuer. Und irgendwie hat es die Band bei aller Komplexität geschafft, dass der Kick nicht erst nach dem hundertsten Durchlauf einsetzt. Jedem, der ein Herz für progressive Musik hat, dürfte bereits nach dem bezaubernden Intro die Kinnlade herunterklappen. Selbst in stillen Momenten wirkt „Holon:Anamnesis“ stets angespannt, immer bereit zum nächsten Wutausbruch – nur um danach wieder die ganze Welt zu umarmen. THE HIRSCH EFFEKT haben ein irre gutes Album geschrieben. Zu sehr in der Nische verwurzelt, um die Welt im Sturm zu erobern. Zu beeindruckend, um als Strohfeuer im weiten Feld der experimentellen Musik zu enden. Doch das alles ist Spekulation. Sicher ist nur eines: Wer sich jetzt noch umdreht, ist selber schuld. (Midsummer/Kapitän Platte/Cargo)
Benedikt Ernst

FUZE.35 – Gratis-Sampler fuer alle Abonnenten.

10. Juli 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Blog
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Am 16. Juli erscheint das neue Fuze, und Abonnenten haben drei besonders gute Gründe, sich darüber zu freuen:

1) Das Heft liegt wie immer pünktlich in ihrem Briefkasten.
2) Sie unterstützen mit ihrem Abo einen unabhängigen Verlag – und das für nur zwölf Euro im Jahr.
3) Und jetzt kommt’s: Nur sie erhalten den Sampler des norwegischen Labels Fysisk Format, welcher der neuen Ausgabe beiliegt.

Sage und schreibe 24 – zum Teil in dieser Form noch nicht veröffentlichte – Songs sind auf „Bransjevelter #7“, unter anderem von ÅRABROT, LIVSTID oder ARISTILLUS. Mit anderen Worte: Jetzt ist ein sehr gute Moment, ein Abo abzuschließen. Das geht bekanntlich ganz einfach hier. Wer bereits Abonnent ist, erhält den Sampler natürlich ohne weiteres Zutun mit der Lieferung von Fuze #35.

 

In Fuze #28 findet sich neben einem Artikel über ARISTILLUS übrigens auch ein kurzes Interview mit Kristian Kallevik von Fysisk Format über die Szene in Norwegen, das wir im Rahmen eines Gesprächs mit KVELERTAK und SOCIAL SUICIDE mit ihm geführt haben. Nachzulesen hier.

Und zu guter Letzt noch die genaue Tracklist der Compilation:

01) THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY – Brainbomb
02) HARABALL – I want your downs
03) BLOOD COMMAND – Cult of the new beat
04) DARKTIMES – Shallow breather
05) UPTIGHTS – Geraldine
06) LE CORBEAU – Feathers (Demo)
07) TREMORE TARANTURA – Avaleeches (XTRCT)
08) STAER – Daughters I
09) NILS BECH – Sudden sickness
10) HEARTFELT – Blindfold
11) UNIFORMS AND DROPOUTS – The grid
12) CCTV – Elevation
13) DO YOU LOVE MELENA? – Sweet teachings of solitary men
14) ARISTILLUS – New York
15) KAMIKAZE A GO GO – Sin baby sin
16) WITS END – Enough
17) MODERN LOVE – Alt Vi Kan (Demo)
18) KNUSTE RUTER – Ikke Tvil (Live)
19) KAMBODSJA – One of many steps
20) LIVSTID – Du Vil At E Ska Slå
21) ALTAAR – Hail mary (Demo)
22) UMORAL – Smothered in kindness and approachability (Rudimentary mix)
23) BLACKEST WOODS – Blackest flora/ Blackest fauna
24) ÅRABROT – The grass sandwich (excerpt)

 

AKTUELLE AUSGABE


FUZE.40 - hier downloaden
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