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Monatsarchiv: März 2012

JOB FOR A COWBOY – My Artwork.

29. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Blog
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Mir fällt keine Band ein, die bewusst versucht hätte, Musik und Artwork einer Platte voneinander abzugrenzen – außer im Spaß natürlich. Es ist einfach wichtig, dass diese beiden Elemente zusammenpassen. In unseren Anfangstagen habe ich deshalb viel selbst gemacht, in den letzten Jahren haben wir allerdings ein paar unserer Lieblingskünstler darum gebeten, etwas für uns zu erschaffen. Das Cover unserer neuen Platte „Demonocracy“ stammt von Brent Elliott White, den wir schon lange kennen und der mit uns seit 2009 zusammenarbeitet. Ein super Typ und toller Künstler. Wir gaben ihm das Konzept der Platte, und er kam sofort mit einer Idee an. „Demonocracy“ ist ein politisches Album, bei dem es auch um Verschwörungen geht. Die Flüssigkeit, die über Justitias Körper rinnt und wie Blut aussieht, ist in Wahrheit Öl. Die Polizisten repräsentieren den Polizeistaat. Die toten Vögel verkörpern den Verlust von Freiheit und Unabhängigkeit in Amerika und der gesamten Welt. Der Begriff „Demonocracy“ stammt aus der Mythologie und steht für eine Regierung, die in der Hölle existiert. Er taucht aber auch immer wieder im heutigen Polit-Journalismus auf und wird gewöhnlich verwendet, um den militärisch-industriellen Komplex, die Weltregierung und das globale Bankensystem zu beschreiben.
Jonny Davy, JOB FOR A COWBOY

AGNOSTIC FRONT – Ask the merch guy.

23. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Blog
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Auf der Jubiläumstour zum dreißigjährigen Bestehen von AGNOSTIC FRONT (die New Yorker sind mit DEATH BY STEREO und NAYSAYER unterwegs) treffen wir mit Mosh aus Berlin einen alten Haudegen hinter dem Merchandise-Stand. Schließlich war der 43-Jährige schon in diesem Geschäft zu Hause, als einige Musiker von gegenwärtig aktiven Bands noch nicht einmal geboren waren.

Wie bist du zu diesem Job gekommen und was machst du sonst?
Ich war 1990 zur falschen Zeit am falschen Ort. Neben meiner Arbeit auf Konzerten bin ich als DJ tätig.
Erzähl eine Anekdote aus dem Tourleben von AGNOSTIC FRONT.
1993 sind wir in Prag von einer Polizeieskorte zum Club gebracht worden, weil wir zu spät waren und deshalb rund achthundert Leute am Durchdrehen waren.
Die Band existiert seit dreißig Jahren. Woran merkt man den Mitgliedern das auf Tour an?
Nun, sie stehen auf komfortable Betten, gutes Essen und warme Backstage-Räume.
Wodurch unterscheiden sich AGNOSTIC FRONT von anderen Bands?
Sie haben ein ganzes Genre miterfunden, und ziehen ihr Ding durch, ohne sich anzupassen. Die Band gibt auf der Bühne auch nach so langer Zeit noch genauso viel Gas wie früher.
Welche Band wäre prädestiniert für ein Feature mit AGNOSTIC FRONT?
THE KING BLUES aus England. Mit dieser Kombination würde guter alter Hardcore und eine der besten Bands, die es momentan gibt, aufeinandertreffen.
Welchen Eindruck hast du von der aktuellen Szene?
Zu viel Metal und zu wenig Hardcore.
Möchtest du noch etwas loswerden?
Ja! Die Clubs und Veranstalter sollten einfach mal ihre Hausaufgaben machen. Es ist total einfach, eine Band glücklich zu machen. Dazu bedarf es in der Regel lediglich eines guten Essens und der Möglichkeit einer warmen Dusche.
Florian Auer

CALIBAN – My tour diary.

23. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Blog
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Morgen ist der erste Tag der Tour, auf der wir unsere neue Scheibe „I Am Nemesis“ vorstellen. Mann, sind wir aufgeregt. Wir haben schon echt lange keine Show mehr gespielt, außerdem weiß man nie, wie die neuen Songs ankommen. Hoffentlich gut.

02.02.2012 Karlsruhe, Substage. Zum Glück haben wir am ersten Tag eine super Ablenkung. Zum einen sind die Leute vom TätowierMagazin vor Ort, plaudern mit uns und machen Fotos, zum anderen ist ein Gewinner des „Play a song with CALIBAN“-Contests da. Tobias darf mit uns „Love song“ spielen und macht einen extrem guten Job. Das Substage-Publikum ist wie immer super drauf.

03.02.2012 Hamburg, Markthalle. Heute kommt die neue Scheibe offiziell raus. Viele Freunde und Bekannte sind vor Ort, um das mit uns zu feiern. Auch hier in Hamburg haben wir einen „Play a song with CALIBAN“-Gewinner. Matze heißt der Gute und singt „24 years“, ein fettes Brett. Die Show ist ausverkauft und der absolute Hammer. Ich habe so viel Spaß, dass ich mir meinen eigenen Bass um die Ohren schlage. Das Resultat: ein blaues Auge, haha. Aber das gehört zu einer fetten Show auch mal dazu …

10.02.2012 Berlin, C-Club. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Meine Lieblingsstadt. Heute geht es uns nicht so gut, da wir gestern in Kopenhagen gut einen gezaubert haben. Muss ja auch mal sein, haha. Trotz Kater haben wir unser volles Programm aber gut durchgezogen. Der „Play a song with CALIBAN“-Gewinner übernimmt heute die Drums. Sein Name ist Erik, er spielt mega fett. Aber die ganze Show ist der Abriss. Wie soll es auch anders sein in Berlin?

11.02.2012 Jena, F-Haus. Wir haben eine Menge Besuch, unter anderem sind ein paar Leute von HSB und MAROON da. Der Laden ist ausverkauft, und die Leute sind der Knaller. Trotz meiner etwas schwachen Performance zerlegen sie das F-Haus und geben mir damit die nötige Energie, um das Set bis zum Ende durchzustehen.

16.02.2012 A-Wien, Arena. Leicht verspätet in Wien angekommen, geht es gleich an den Aufbau. Dann steht eine Autogrammstunde bei Rattlesnake auf dem Programm, anschließend geht es zurück in die Arena zum Abendbrot. Die Show ist auch sehr geil, obwohl ich sehr mit meinem Kreislauf zu kämpfen habe. Wahrscheinlich sind das die letzten Reste der Erkältung, die ich mir im Ostblock eingefangen habe.

17.02.2012 München, Backstage. Angekommen in München, und was sehe ich? Sehr viel Schnee. Ach, wie toll … Heute muss unser Bus außerdem kurz in die Werkstatt, da uns im Osten ein Reifen geplatzt ist, der endlich vernünftig ersetzt werden muss. Das Essen im Backstage ist wie immer ein Genuss. Und die Show? Was soll ich sagen? So etwas habe ich noch nie erlebt. Ein Gemetzel der feinsten Art.

21.02.2012 CH-Zürich, Abart. Wieder zu spät am Venue angekommen. Fragt mich nicht, wieso uns das bei dieser Tour andauernd passiert. So viel gibt es heute nicht zu berichten, wir sind einfach froh, dass wir leckeres Essen und Wi-Fi haben. Die Show ist dann wohl die beste, die wir bisher in der Schweiz gespielt haben. Außerdem feiern wir den Geburtstag unseres Merchers Scott, was sich bis morgens um sieben hinzieht. Dafür hat mir in Paris dann auch ganz schön der Helm gebrannt.

25.02.2012. Köln, Essigfabrik. Der Tag ist gekommen, „Heimspiel“ ist angesagt. Im Vorfeld gab es eine Verlosung, die Gewinner haben nun die Möglichkeit, mit uns über eine Kölner Kart-Bahn zu heizen. Eine richtig fette Sache, obwohl ich anfangs  ziemlich Schiss habe. Das Ende vom Lied ist, dass eine Frau namens Sandra gewinnt. Die Essigfabrik ist abends echt am Kochen, sie ist ja auch restlos ausverkauft. Es ist die absolut beste Köln-Show aller Zeiten. Natürlich denkt ihr jetzt: „Mann, der schreibt aber oft, wie geil die Show war.“ Aber hier war echt alles perfekt! Danach gibt es noch eine fette Aftershow-Party. Um vier sollte eigentlich Schluss sein, um sechs sind immer noch alle am Tanzen …
Marco Schaller, CALIBAN

 

FOR THE IMPERIUM – For The Imperium

21. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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Spätestens nach dem fünften Song muss man sich eingestehen, dass man es hier irgendwie mit einem Meisterwerk zu tun hat. FOR THE IMPERIUM vereinen alles, was man seit den neunziger Jahren an Rockmusik mochte, belächelte, schon immer einmal spielen können wollte oder scheiße fand, und weben noch Streicherarrangements nach Westernart sowie Gesänge ein, die an den „Der Herr der Ringe“-Soundtrack erinnern. Auf epische Songlängen wird verzichtet, und so findet das Ganze in dermaßen virtuosen, knackigen Rocksongs statt, dass man vor Staunen den Mund nur noch zum Schmunzeln schließt. Wen die pathetischen Knödel- und Choralgesänge peinlich berühren, der hat keinen Humor; wer bei der Klavierballade „Österbotte“ nicht auf dem Boden liegt vor Lachen, hat wirklich keinen Spaß im Leben. Genregrenzen haben sich ohnehin längst überlebt. Es lebe die Polystilistik! Hier wird folgerichtig erkannt, dass das Rad nicht neu erfunden werden muss, wenn man so richtig in Fahrt kommen will. Neider mögen vor ihren Boxen sitzen und im Kopf eine Liste mit Bandreferenzen anfertigen, die sie entdecken. Genießer bewundern dagegen die Arbeit, die in diesem Werk steckt. Ein bisschen entzückt werden aber beide Fraktionen sein – bei so viel Liebe zum Detail und instrumentalen Fähigkeiten. Vor allem der Sänger und seine Wandlungsfähigkeit muss gelobt werden: ein Schauspieler, ein Virtuose, ein Chamäleon auf seinem Gebiet! Doch wo auf New York Hardcore spanische Gitarren folgen, bleibt die Frage am Rande, was neben kompositorischem Geschick, instrumentaler Virtuosität und dem nicht von der Hand zu weisenden satirischen Aspekt der Platte sonst noch übermittelt werden soll. Der kurze Lacher nach Ende des letzten Songs gibt einem vielleicht Aufschluss darüber: Man sollte sich nicht einbilden, alles erfassen zu können, was die vier Finnen zu sagen haben. Denn Worte fallen darüber hinaus ja auch noch reichlich auf dieser überguten Platte. Und so möchte ich schließen mit den womöglich etwas irreführenden Zeilen: „Now I’m holding your heart. All the time I wait for you. Now I’m holding your heart forever.“ (Lifeforce/Soulfood)
Nils Wittrock

BLACK SHEEP WALL – No Matter Where It Ends

21. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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Wie in der Story in dieser Ausgabe nachzulesen, sagte Michael Berberian, Gründer und Chef des Labels Season of Mist, der neuen Heimat von BLACK SHEEP WALL, er würde lieber kleine Bands wie diese kalifornischen Nihilisten signen als so große Megaseller wie etwa BLIND GUARDIAN. Während Berberian mit Fantasy Metal aus Deutschland sicher eine Menge Geld verdienen würde, stehen die Chancen nicht schlecht, dass BLACK SHEEP WALL eher rote als schwarze Zahlen produzieren. Dennoch erscheint „No Matter Where It Ends“ auf einem der derzeit besten Metallabels. Warum? Die Antwort ist einfach – es geht um Kunst und künstlerische Relevanz. BLACK SHEEP WALL, so jung sie auch sein mögen, haben etwas zu sagen. Mit ihrer Interpretation von Sludge, Doom und Hardcore wirkt die Band, als würde sie mit Vorschlaghämmern Granitblöcke bearbeiten. Das sieht nur auf den ersten Blick grobschlächtig aus. Widmet man sich diesem Album länger, fällt auf, wie viel Können, Zielstrebigkeit und Überzeugung in ihm stecken. Am Ende bleibt ein monolithisches Gesamtkunstwerk, das mit feinen Facetten aufwarten kann, aber zugleich von einer derart abgründigen Negativität durchdrungen ist, dass BLACK SHEEP WALL mit 99 Prozent aller Bands, die ähnliche Emotionen vermitteln wollen, locker den Boden wischen. (Season of Mist/Soulfood)
Martin Schmidt

CANCER BATS – Dead Set On Living

21. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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Wer die CANCER BATS und die drei vorangegangenen Alben kennt, wird sich schwertun, einen Favoriten zu küren. Nach der letzten, etwas verspielteren Platte „Bears, Mayors, Scraps & Bones“ knüpft die neue überwiegend an „Hail Destroyer“ an. Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ richten die Kanadier ihren Fokus wieder vermehrt auf schlichtere Riffs, die dafür umso deutlicher den Groove zelebrieren, den diese Band so perfekt beherrscht. Vorwärts preschender Hardcore mit einem Southern-Einschlag, Referenzen an Helden wie LED ZEPPELIN oder LYNYRD SKYNYRD und deren kratzbärtige Aura von dreckigem Rock’n’Roll lassen einen die Axt aus dem Schuppen holen, um mit harzverklebten Händen sämtliche Bäume in der Nachbarschaft zu Brennholz zu schlagen. Das Schöne daran: Es ist Energie, die den CANCER BATS-Holzfäller antreibt, und keine Aggressivität. Diese Platte reißt müde Gemüter aus ihrer Lethargie und vermittelt vor allem das Gefühl, lebendig zu sein, und das auch mal wieder richtig unter Beweis stellen zu wollen. „Dead Set On Living“ erscheint also genau zum richtigen Zeitpunkt, um dem ausklingenden Winterschlaf endgültig den Rest zu geben. (Hassle/Soulfood)
Florian Auer

FRAU POTZ – Lehnt dankend ab

21. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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FRAU POTZ ist die Freundin, die jeder haben muss. Sie ist die, die einem unverblümt an den Kopf wirft, was sie denkt, die, deren Meinung zwar unangepasst, aber nie unpassend ist. Sie lässt sich nicht verbiegen und macht ihr Maul weit auf. Dabei kann sie gewaltig schreien und keifen, spucken und um sich treten. Das Treten und Spucken übernehmen im Fall von FRAU POTZ die drei Nordfriesen Felix, Hauke und Kerli Kawumski. Denen den Stempel Deutschpunk aufzudrücken, ist in gleichem Maße treffend wie daneben. Ja, es ist deutscher Gesang, ja, es ist Punk, und doch bietet „Lehnt dankend ab“ so viel mehr als das, was die meisten mit Deutschpunk assoziieren. So nehmen sich die Texte zum Beispiel das typische Szeneverhalten von selbst ernannten Blockwarten vor („Ach Heiner“, „Brockenheim“ ), es gibt aber auch persönliche Abrechnungen mit Beziehungen („Von Anfang an“, „Skelbe“). Die Platte bleibt nachhaltig hängen, und so ist es auch keine Überraschung, dass schon bei der Releaseshow der Großteil der Besucher aus voller Seele mitsang und -schrie, während sie einen Wahnsinn lostraten, der seinesgleichen sucht. (Delikatess/Broken Silence)
Svenja Klemp

THE SADDEST LANDSCAPE – After The Lights

21. März 2012 Veröffentlicht von Thomas unter Reviews
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Das erste Hören ist immer etwas Besonderes. So unmittelbar und unvoreingenommen. Du weißt nicht, was wann kommt, wie es sich anfühlt oder ob du überhaupt etwas fühlst. Einzelne Textfragmente bleiben im Kopf hängen, du kannst dich von der Musik leiten lassen. „Everything is fine, everything is falling apart“, diese Zeile beschreibt „After The Lights“ wunderbar. Dieses Wechselspiel aus gutem Zureden und purer Verzweiflung hatten THE SADDEST LANDSCAPE schon immer gut raus. Im Gegensatz zum Vorgänger „You Will Not Survive“ scheinen sie sich aber, zumindest auf musikalischer Ebene, ein bisschen gefangen zu haben. „After The Lights“ ist nicht mehr so unberechenbar und genau das macht es eigentlich noch besser. Da ist mehr System, mehr Vertrackheit hinter der gesamten Instrumentierung. Der Entwicklung von PIANOS BECOME THE TEETH folgend, wirkt „After The Lights“ größer und mächtiger, fließt einfach wunderbar und reißt dich von einem Song zum nächsten. THE SADDEST LANDSCAPE haben an sich gearbeitet. Ihre Erinnerungen und Gefühlsausbrüche sind aber noch genau so intensiv und zittrig und desolat. „I am tired of watching the good ones give up, I am tired of talking about the one that got away, let us never say goodnight.“ Andy Maddox leidet immer noch, und das kann man mögen oder auch nicht. Ich bin „In love with the sound“. (Topshelf/Soulfood)
Pia Schwarzkopf

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